ECHOS AUS DER PRESSE
Weser - Kurier
vom 26.10.2009
WO TAKTSTRICHE NICHTS MEHR ZÄHLEN
Lilienthal. Ein letzter Blick zurück: Fjodor Elesin spannt den Bogen. Alina Kabanova atmet hörbar ein und wieder aus, legt die Hände auf die Tastatur und ein Funkenflug aus Piano- und Violoncelloklang beginnt. Mit einem über zweistündigen Kammerkonzert versetzt das „Beethoven Duo“ sein Auditorium am Freitagabend in höchste Schwingungen. Dem atemberaubenden Auftakt der Cellosonate No. 2. Op. 5 von Ludwig van Beethoven folgen Sonaten von Schubert und Rachmaninow. Nach der Pause knistert Tango von Piazzolla, Tschaikowski lädt zur Jagd.
„Diesmal nicht in der Carnegie Hall in New York, nicht in Moskau, London oder Madrid“ – kündigte der Vize-Präsident des Lyons Club Lilienthal, Marko Mock, das hochkarätige Duo an. „Diesmal sind sie hier bei uns im Schrotersaal in Murkens Hof!“ Ganz gleich wo das junge Duo mit russischen Wurzeln auftritt, es hagelt Superlative: von klangintensiver, atemberaubender Präzision ist die Rede, von herausragender Ausdruckskraft, leidenschaftlichem Spielfluss, von perfekten Harmonie bis in die Bogenspitze. Die junge Pianistin Alina Kabanova und der sechsundzwanzigjährige Cellist Fjodor Elesin sind auch im wahren Leben ein Paar, vielleicht sei das ihr Geheimnis, meinen beide vor ihrem Benefiz-Konzert in Murkens Hof, zu dem der Lyons Club Lilienthal einlud.
Mit allen Sinnen lässt sich ihre Musik hören, sehen, riechen und fühlen. Cello und Klavier scheinen sich zu unterhalten, zu lieben, zu furchten, zu streiten und schlussendlich zu vereinen. Jedes Stuck verbindet sich mit dem Bogen Elesins und der Tastatur Kabanovas, so als ob jeder für sich und gleichzeitig beide Instrumente miteinander eine aufregende Geschichte erzählen. Das Auditorium nimmt die Klange mit jeder Zelle des Körpers auf und ist beseelt von Schwingungen. Es ist ein Konzert, bei dem Taktstriche außer Kraft gehebelt scheinen und die Musik mit dem großen Ganzen verschmilzt.
Es ist die vielseitige Mischung ihres Programms, die Ernsthaftigkeit ihrer
Interpretation und die Leichtigkeit ihres Spiels, die das Beethoven Duo seit 2006 stets zu Publikumslieblingen werden ließ. Fragt man die beiden nach ihren musikalischen Zielen oder Wünschen, sagen sie wie aus einem Munde: „Alles soll so bleiben wie es momentan ist.“ – Sie wohnen mitten in Hamburg, bei Chilehaus. – „Dort ist es wie in einem Konservatorium. Überall wohnen Professoren und Musiker", erzählt Alina Kabanova. Gemeinsam mit ihrem Mann studiert sie zur Zeit in Madrid, gibt abends Konzerte, fliegt am Wochenende zurück nach Hamburg und erholt sich beim Spaziergang mit der kleinen Tochter an der Elbe.
Seit ihrem sechsten Lebensjahr gibt die inzwischen siebenundzwanzigjährige Pianistin aus dem ukrainischen Sewastopol öffentliche Konzerte. Erhielt zahlreiche, internationale Preise bei Klavierwettbewerben und spielte unter anderem als Solistin mit Krimer Staatsphilharmonie, Orchestre Symphonique de Lyon sowie Kölner Sinfonietta. Alina Kabanova liebt Auftritte. „Ich wünsche mir 300 Konzerte im Jahr.“ Allein in Deutschland gab sie seit 1999 über eintausend. Fjodor Elesin, ausgezeichnet mit dem „Gand“ Cello der Deutschen Stiftung Musikleben, mag Konzerte, aber nicht so sehr wie seine Frau. „Für mich zählt spielen, spielen, spielen. Schon morgens beim Kaffee lese ich die Noten und beschäftige mich damit.“ Wie lange der junge Cellist am Tag übt, will er nicht verraten. „Sonst macht es jemand nach.“ Gellassen wirken sie. Aus der Garderobe klingt Babygeschrei. „Nein, das ist nicht unser Kind.“ Manager Montazer lacht. „Wir reisen momentan so viel herum, da muss meine Familie manchmal mit.“ Vieles unter einen Hut zu bringen und dabei alles ganz intensiv genießen, das sei ihr Geheimnis.
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Hohe Künste gefühlvoll verpackt…
Das Beethoven Duo machte den Auftakt der Klassik Highlights auf Amrum
(Artikel vom 04.05.2009)
Die Amrum Touristik lud im Gemeindehaus Norddorf zu seinem ersten Klassikhighlight in diesem Jahr mit Alina Kabanova am Piano und Fedor Elesin mit dem Cello ein. Das Beethoven Duo, das seit drei Jahren zusammen spielt, hatte Werke von Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy, Debussy und Rachmaninow auf ihrem Programm. Sonst auf den großen Bühnen von New York und Moskau zu Hause, freuten sich die Gäste und Insulaner ein so hochkarätiges Klassikduo auf Amrum begrüßen zu können. Die leicht kühle Raumtemperatur im Gemeindehaus wurde schnell von dem gefühlvollen und dynamischen Spiel der beiden Künstler erwärmt. Alina Kabanova und Fedor Elesin verbindet vom ersten Ton an eine magische Atmosphäre. Das Klassikduo, das auch im Privatleben den Bund des Lebens geschlossen hat, konnte diese Bindung auf der Buhne widerspiegeln. Sie spielten Rucken an Rucken und ergänzten sich zu einer Einheit, was in jeder gespielten Note zu hören war. Das Piano und Cello verschmolzen in ihrem Zusammenspiel, dass man sich das eine Instrument nicht mehr ohne das andere vorstellen konnte. Seit ihrem Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall im April 2008 zählt das Beethoven Duo zu den Kammermusik-ensembles der Spitzenliga.
Alina Kabanova, die im ukrainischen Sewastopol geboren wurde, zeigte schon in jüngsten Jahren ihre musikalische Begabung. Im Alter von sechs Jahren spielte sie ihr erstes Konzert und begann so ihre aufstrebende Karriere als Pianistin. Viele Auszeichnungen und Preise bekam Alina Kabanova und gewann 2001 den Förderpreis Musik der „Gesellschaft zur Forderung Westfalischer Kulturarbeit”. Für Fedor Elesin stand auch sein musikalischer Werdegang früh fest. In St. Petersburg geboren bekam er mit fünf Jahren seinen ersten Cellounterricht und schon ein Jahr später entschied er sich für einen musikalischen Werdegang. Mit erfolgreichen Konzerten und vielen gewonnenen Preisen war ein Höhepunkt die Verleihung eines „Gand“ Cellos der Deutschen Stiftung „Musikleben”. Unter der künstlerischen Leitung von Maestro Marcello Abbado gründeten Alina Kabanova und Fedor Elesin das Beethoven Duo. Ein Leckerbissen der besonderen Art für jeden Klassikliebhaber sind ihre Konzerte, in denen sie die Zuhörer musikalisch verführen und die Stimmung zum Knistern bringen. Das Amrumer Publikum war von dem Klassikkonzert begeistert und konnte durch anhaltenden Applaus den Künstlern zwei Zugaben entlocken.